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Diese Menschen brauchen ein Zuhause, kein Zelt im Dreck!

Das provisorische Flüchtlingslager Idomeni in Griechenland wird zu einem Symbol des Versagens. Ganz sicher hätte man eine solche Eskalation verhindern können, wenn sich die EU früher und schneller mit der neuen Realität abgefunden hätte: Europa ist das Ziel einer epochalen Wanderungsbewegung  – die Kriege in Nahost vertreiben eine ganze Generation von Menschen. Sie hier im Matsch und Elend auf europäischem Boden absichtlich stranden zu lassen ist eine Folge der Arroganz der Regierungen in Wien und Budapest, auch in München.

Eindrücke, unsortiert:

Die Polizei sperrt vorübergehend das Lager ab, für Journalisten. Ai Wei Wei hat sich eine Regenjacke angezogen, wie sie von den tausenden Flüchtlingen getragen wird und wird von den Polizisten auch direkt für einen solchen gehalten. Er läuft durch und instagrammt sich durch das Lager.

Die Stimmung ist insgesamt ruhiger und stabiler, als es viele Bilder in den Medien vermitteln. Es wird gelacht, Jugendliche feixen, Kinder lachen, Alte zünden achselzuckend das nächste Feuer an.

Aufruhr gibt es immer dann, wenn wieder ein Transporter mit Lebensmitteln ankommt. Diese sind oft schwer von den zahlreichen Transportern zu unterscheiden, aus denen Lebensmittel verkauft werden. Tatsache ist, dass die Menschen 2-3 Stunden anstehen müssen, um einen Becher Suppe zu kriegen.

Eine Mobilfunkfirma verkauft SIM-Karten. Nein, bitte keine Bilder, das ist Ihnen peinlich.

Die medizinische Versorgung wirkt aufs schmerzhafteste improvisiert. Man fragt sich: Wo ist die UN? Die NATO? Die EU? Wo sind sie alle? Der Flug von Berlin dauert 2 Stunden. Man kommt hier super leicht und schnell hin.

Dauerhaftes Grundgeräusch: Das Brummen der Generatoren der Fernsehübertragungswagen und der Kamera-Drohnen in der Luft.

Etwa 250 Menschen steigen in Busse zurück nach Athen. Ein Mann aus dem Irak lächelt und sagt: Er würde gerne mal wieder Fussball spielen. Der Busfahrer antwortet auf die Frage, wohin er fährt: er würde gerne wieder einfach in sein Büro.



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