„Am Pfarrberg e.V." in Landsberg. Enlarge
in Marburg am 07.09.2017 Enlarge
in Marburg am 07.09.2017 Enlarge
"politischer Gillamoos" am 04.09.2017 Enlarge
Würzburg am 08.09.2017 mittelalterliche Ausgrabungsstätte Enlarge
„Am Pfarrberg e.V." in Landsberg. Enlarge
Landsberg. Enlarge
TV Duell mit Angela Merkel am 03.09.2017. Enlarge
TV Duell mit Angela Merkel am 03.09.2017. Enlarge
TV Duell mit Angela Merkel am 03.09.2017. Enlarge
Maximilianplatz in Bamberg Enlarge
Maximilianplatz in Bamberg Enlarge
Kundgebung auf dem Maximilianplatz in Bamberg Enlarge
SPD Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz unterwegs in Deutschland im Sommer 2017. Aus Sicht des Kandidaten ein ständiger Strom aus Gesichtern, Eindrücken, Räumen, Stimmungen, die ich an verschiedenen Terminen versucht habe einzufangen. Hier besucht er am 08.August 2017 das Mehrgenerationenhaus "Lebenszeit" in Jena-Lobeda. Enlarge
Mehrgenerationenhaus "Lebenszeit" in Jena-Lobeda. Enlarge
Würzburg am 08.09.2017 Enlarge
Würzburg am 08.09.2017 Enlarge
Würzburg am 08.09.2017 Enlarge
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Der deutsche Wahlkampf aus der Perspektive des Kandidaten – ein Foto-Tableau für die ZEIT. Dazu habe ich ein noch paar Gedanken aufgeschrieben, da ein Bild und tausend Worte zusammen ja immer ganz gut funktionieren.

„Es gibt im Wahlkampf einen Moment, der mich besonders fasziniert: Der Kandidat fährt vor in einem Konvoi aus diesen dunklen, schweren Autos, die Tür geht auf und auf einen Schlag wechselt das Tempo. Beim Kandidaten geht der Puls hoch, alle Augen sind auf ihm, und trotzdem wird für ihn alles langsamer. Eben ist sein Wagen noch über die Autobahn gerast, damit er bloß nicht zu spät kommt, jetzt muss er Hände schütteln, zuhören, sich auf völlig fremde Menschen einlassen. Für das Publikum geht es jetzt erst richtig los. Eben stand man noch plaudernd beieinander, überbrückte die Zeit mit einer Bratwurst, und dann ist er da. Die Leute wollen Unterhaltung. In diesem Moment sehe ich die ganze Widersprüchlichkeit eines Wahlkampfes: Da soll Nähe hergestellt werden, die es gar nicht geben kann.
Wir Fotografen stehen in der Regel dazwischen. Sobald der Kandidat aussteigt, ist er umringt von Kameras und Tonangeln, wie von einem Käfig. Auf den Bildern, die dann gemacht werden, steht der Politiker im Mittelpunkt.
Ich habe mich dieses Jahr entschieden, die Perspektive zu wechseln. Über mehrere Wochen habe ich das Team von Martin Schulz bei Wahlkampfauftritten in ganz Deutschland begleitet, vom Altersheim in Jena bis zum TV-Duell in Berlin-Adlershof. Es ging mir nicht um den Kandidaten Schulz, sondern um Deutschland im Wahlkampf: Wie zeigt sich dieses Land vor seiner wichtigsten Wahl?
Ich habe mich beim Fotografieren abseits der Traube von Kollegen bewegt, die ja vor allem nah an Martin Schulz heran wollten, und habe so sowohl sein Wahlkampfteam als auch das Publikum erlebt. Hinter der Bühne telefonierte Schulz` Sprecher oft hektisch: neue Umfragen kamen heraus, der Stern kam raus, die Hölle brach los. Keine leichte Aufgabe, den Chef trotzdem allzeit selbstbewusst und stark zu präsentieren. Von den manchmal 2.000 Menschen, die vor der Bühne zu Schulz aufblicken, wollen am Ende viele doch nur ein Selfie. Einmal fragte mich ein Paar: „Ist die Wahl in diesem oder erst im nächsten Jahr?“.
Nach diesen Wochen auf Reisen weiß ich: Das Land ist voller Kontraste. Da kommt ein Martin Schulz am Nachmittag aus einem Bierzelt in Bayern und sitzt abends mit einem erlesenen Kreis von Schriftstellern in Berlin, besucht hier eine Buchhandlung, dort Kleingärten. Aber nicht die Kulisse macht den wahren Unterschied, sondern der Zugang der Menschen in verschiedensten Kontexten zur Politik. Schulz lässt bei all diesem Trubel immer seinen Blick wandern, signalisiert durch ein leichtes Nicken und einen direkten Blick, wenn er jemanden erkennt. Manchmal berührt er dann Leute auch kurz am Arm oder klopft ihnen auf die Schulter, als ob er sich vergewissern will, ob alles echt ist.“

Mitarbeit: Lea Frehse



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